Antriebswellen

Wenn man mehr Leitung fährt, muss man alle Komponenten im Antriebsstrang betrachten. Nach dem Kurbeltrieb, Getriebe und Differential sind nun also die Antriebswellen dran. Oder besser gesagt – die Gleichlauflager.

Antriebswellen Einzelteile

Antriebswellen Einzelteile


Pro Welle sind zwei Lager zu tauschen. Das innere, also getriebeseitige Lager, nimmt zusätzlich die Längenunterschiede der Welle bei eingeschlagenem oder eingefederten Rad auf. Zunächst wird hier eine Federscheibe auf die Welle gesteckt, sodass die Seite mit dem größeren Durchmesser am Lager anliegt. Das Lager wird auf die Welle geschoben und mit einem Sprengring fixiert.
Antriebswellen Innen

Antriebswellen Innen


Vorher wird natürlich der Faltenbalg auf die Welle geschoben. Mit welchem Lager man anfängt ist prinzipiell egal, aber man sollte beide Faltenbälge am Anfang draufschieben, sonst ärgert man sich eventuell. In das Lager kommen nun ca. 100g Fett, wobei das immer bei den Lagern mitgeliefert wird. Es wird von beiden Seiten auf das Lager geschmiert.
Vorsicht! Um das Längenspiel der Welle auszugleichen, lässt sich das Lager auf der Welle verschieben. Neigt man es dabei noch stark, können die Kugeln herausfallen. Ist das einmal passiert, ist es eine riesige Fummelei, den Mist da wieder reinzukriegen. Man setzt dabei zunächst alle Kugeln bis auf eine in den Käfig und setzt Innen- und Außenring zusammen. Dann wird das Lager ganz “ausgefahren” und vorsichtig geneigt, bis man die letzte Kugel reindrücken kann.
Antriebswellen Außen

Antriebswellen Außen


Das äußere Lager wird, nachdem der Federring getauscht wurde, zunächst mit der Hälfte des Fetts gefüllt und danach auf die Welle geschlagen. Natürlich ist ein Gummihammer zu nehmen. Wie man auf dem Bild sieht, wird auch hier wieder eine Federscheibe und ein Distanzstück aus Plaste eingesetzt. Das restliche Fett wird auf die andere Seite des Lagers geschmiert und der Faltenbalg verpresst.
Antriebswellen Fertig

Antriebswellen Fertig


Damit sind die Wellen fertig. Das Tilgergewicht, welches manchmal an der langen Welle sitzt, kann man getrost weglassen. Es wurde sowieso nicht immer verbaut und macht oft Probleme. Wer sowieso laut und tief fährt, wird die paar mehr Vibrationen nicht bemerken.
Zum Einbau der Wellen muss der Achsschenkel mindestens am Querlenker und am Federbein gelöst werden, sonst geht nichts. Die Schrauben am Getriebe werden immer mitgetauscht und haben mindestens 12.9er Güte. Alles andere reißt definitiv ab! Sie werden mit 40Nm angezogen. Die Zentralmutter an der Radseite wird mit 240Nm angezogen. Außerdem sollte man die Verzahnung vorher unbedingt mit Kupferpaste oder Graphit einstreichen.
Antriebswellen Einbau

Antriebswellen Einbau