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Montage Motor – Teil 1

Die Motorteile sind vom Pulverbeschichter zurück, also gehts hier etwas weiter. Mit dabei sind auch gleich eine neue Zahnriemenabdeckung, Wasserstutzen, 16VG60 Lichtmaschinenhalter, Fächerkrümmer und Drosselklappe. Ausgebreitet sieht das ganze so aus:

Werk statt Zimmer

Werk statt Zimmer


Die Ansaugbrücke, großer und kleiner Laderhalter sind schwarz gepulvert. Das Ganze wurde von der Color Tec in Dresden gemacht und ist sehr gut geworden. Die Jungs haben alles schön abgeklebt und sogar gleich die Gewinde nachgeschnitten / freigekratzt.
Pulverbeschichtung

Pulverbeschichtung


Zunächst mal ist die Ansaugbrücke dran und bekommt die Einspritzleiste samt Einspritzventilen montiert. Die Leiste besteht dabei einfach aus einem Stück Alu mit entsprechenden Bohrungen. Die Ventile werden also nur von den zwei Schrauben in den Sitzen in der Ansaugbrücke gehalten. Ich war da erst sehr skeptisch, ob das wirklich fest, dicht und sicher wird. Die 0-Ringe der Einspritzventile also schön eingefettet und in die Sitze gedrückt. Nun bin ich positiv überrascht. Das Ganze sitzt bombenfest – keine Chance das da irgendwas rausrutscht. Die Schrauben haben natürlich ordentlich Schraubensicherung drauf bekommen.
Einspritzleiste

Einspritzleiste


Die Einspritzventile sind Bosch EVO6 mit 440ccm Durchflussmenge. Der Benzindruck bleibt zunächst (einstellbar) original und die Düsen sollten in der Konfiguration bis 300PS ausreichend sein. Sollten später andere Nockenwellen dazukommen, muss man mal etwas die Lambda-Anzeige (Zeitronix) während der Fahrt im Auge behalten, bzw. sowieso nochmal eine Grundeinstellung machen. Die Digifant Einspritzanlage ist nicht sequentiell, dass bedeutet es spritzen immer alle Ventile ein – im dümmsten fall vor ein geschlossenes Einlassventil (äh, ne, sind ja jetzt 2 Einlassventile…hehe), daher sind die Leistungsangaben zu den Durchflussmengen sowieso eher als Richtwert zu sehen.
Einspritzventile

Einspritzventile


Die Drosselklappe beim G60 hat drei klappen und zwei Teile. Das erste Teil besteht aus dem Ansaugtrichter wo der Druckschlauch vom Ladeluftkühler drankommt. Außerdem die Bypassklappe. Diese hat die Aufgabe nicht benötigte Ladeluft wieder zum Lader zurückzuleiten. Der Grund dafür ist, dass der G-Lader zusammen mit den Gasen aus der Kurbelgehäuseentlüftung einen leichten Ölnebel ansaugt, der den Verdränger und die Dichtleisten schmiert. Ich habe schon einige ohne Bypass fahren sehen, deren Lader nicht lange hielt. Auch der TÜV sieht es nicht gerne, wenn die Kurbelgehäusegase einfach ins Freie entweichen.
Der Ansaugtrichter wurde von AK Racing aufgespindelt, sodass er dem Innendurchmesser der Ladedruckanlage entspricht.
Drosselklappe Einlass

Drosselklappe Einlass


Der andere Teil der Drosselklappe besteht aus zwei Klappen. Die kleinere öffnet als erstes und ist für den Teillastbereich gedacht. Die große öffnet etwas später. Bei Vollast sind beide Klappe komplett offen und die Bypassklappe komplett zu. Auch dieser Teil der Drosselklappe wurde strömungsgünstig bearbeitet.
Drosselklappe bearbeitet

Drosselklappe bearbeitet


Zum Fächerkrümmer gibt es nicht viel zu sagen. Es ist der Edelstahlkrümmer von TeZet für den standard 16V Motor. Ziel ist es, dass die Rohrlängen so gewählt sind, dass es zu keinen Reflektionen der Abgas Druckwellen der einzelnen Zylinder kommt, die das Ausstoßen des Abgases verhindern. Nützlich ist dann auch, dass vom Zylinderkopf bis zum Endrohr alles aus Edelstahl ist. Der bereits vorhandene Rennsportkat mit Breitbandlambdasonde und die gute, alte Bastuck komplettanlage bleiben gleich unterm Auto. Da ich bereits den 2 Liter G60 mit Fächerkrümmer gefahren bin, weiß ich, dass die stärkere Hitzentwicklung ein Mythos ist. Der Krümmer wird einfach nur schneller heiß als der Gusskrümmer, aber eben nicht heißer. Wie auch, denn die Abgase werden ja schneller abgeführt. Deshalb wird der Krümmer auch nicht mit Hitzeschutzband umwickelt. Ist beim Querstromkopf auch nicht so nötig wie beim G60 Gegenstromkopf, wo einem die Hitze vom Krümmer gleich wieder die Ansaugluft erwärmt.
TeZet Fächerkrümmer

TeZet Fächerkrümmer


Als nächstes kommt die Zahnriemenabdeckung drauf. Dazu muss zunächst die Wasserklappe im PG Block abgedichtet werden. Warum die überhaupt da ist hab ich noch nie verstanden. Vielleicht wäre sonst hier die Wanddicke zu gering, oder man kann so den Block spühlen, oder oder. Jedenfalls kommt erstmal ein neuer Dichtring da rein und viel, viel Dichtmasse.
Wasserklappe

Wasserklappe


Danach kommt der Deckel drauf. Auf dem Bild weiter unten sieht man, dass wirklich viel Dichtmasse draunter ist, da sie rechts leicht rausquillt. Da beim anderen Block diese Stelle undicht wurde, hab ich diesmal besonderes Augenmerk drauf gelegt. Das schwarze Blech, das hinter dem Zahnriemen liegt kostet übrigens bei VW gleich mal 40 Euro. Die dazugehörige Schraube nochmal 13 Euro. Wegelagerei!
Wasserklappe abgedichtet

Wasserklappe abgedichtet


Damit ist die Arbeit für heute beendet. Als nächstes kommen die Ölarmatur und die Wasserschläuche, sowie die Kurbelgehäuseentlüftung dran. Der G Lader ist immernoch nicht zum Umbau auf G65 und pulverbeschichten raus, daher ist er auf diesem Bild noch etwas hässlich:
Zwischenstand

Zwischenstand

Getriebe

Das Getriebe ist wieder da! Es ist ein 02A Getriebe und war ursprünglich ein ATB. Zunächst mal wurde es regeneriert, allerdings mit VR6 Gangrädern aus dem AGK Getriebe. Diese sind stärker als die des ATB. Zusätzlich wurde die Synchronisation des ersten und zweiten Gangs verbessert (Feinverzahnung). Damit man später auch spritsparend fahren kann, wurde ein sechter Gang ergänzt. Dazu gibt es Umbausätze, die einen geänderten Seitendeckel (zwecks verlängerter Wellen) ermöglichen. Der Umbau selbst wurde bei CKF Fahrzeugtechnik in Lugau gemacht.
Das Getriebe bleibt ein MQ250, was bedeutet, dass es 250Nm wegstecken soll. Schwachpunkt dabei ist das genietete Tellerrad. Da der Motor vermutlich zwischen 300-350Nm haben wird, ist auch hier was zu tun. Damit das Mehr an Drehmoment auch sicher auf die Straße kommt, wurde noch eine Torsen-Differential-Sperre von Peloquin verbaut und mit ARP Schrauben statt Nieten eingesetzt. Zusammen mit mit den verstärkten Gangrädern erstmal eine gute Basis. Natürlich hängt es auch stark von der Fahrweise ab, ob und wie lange das Getriebe hält.
Das sechste Gangradpaar hat eine Übersetzung von 0.72 bekommen, daher ergibt sich folgende Übersetzung:

Übersetzung Gesamt
Achse 3.39
Gang 1 3.78 12.8
Gang 2 2.12 7.17
Gang 3 1.46 4.94
Gang 4 1.03 3.5
Gang 5 0.84 2.8
Gang 6 0.72 2.4

Legt man 15 Zoll Felgen zu Grunde, ergibt sich eine errechnete Endgeschwindigkeit von 275km/h, die praktisch wohl aber eher nicht erreicht, bzw. gewollt wird.
Hier noch der Vergleich des AGK (neu) gegen das ATB (alt). Die Tabelle zeigt die errechnete Geschwindigkeit in Abhängigkeit der Drehzahl:

  1000 2000 3000 4000
AGK Gang 1 8.5 17.0 25.4 33.9
ATB Gang 1 8.3 16.7 25.0 33.3
AGK Gang 2 15.1 30.3 45.4 60.5
ATB Gang 2 14.9 29.9 44.8 59.8
AGK Gang 3 22.0 43.9 65.9 87.9
ATB Gang 3 23.4 46.8 70.2 93.6
AGK Gang 4 31.0 61.9 92.9 123.9
ATB Gang 4 32.4 64.8 97.2 129.6
AGK Gang 5 38.2 76.5 114.7 153.0
ATB Gang 5 39.6 79.1 118.7 158.2
Gang 6 44.5 89.0 133.5 178.0

Getriebe

Getriebe


Und warum werden Teile des Motors Pulverbeschichtet und das Getriebe bleibt oll? Zum einen ist das Getriebe bei weitem nicht so im Sichtfeld, wie die oberen Teile des Motors. Ok, auch bei denen wärs egal, ob die nun schwarz sind oder nicht – für die Hitzeabstrahlung ist es genau genommen sogar negativ – aber da das eben mein Traumaggregat ist, kann das auch bissl schick sein. Weiterhin ist Beschichten beim Getriebe aufwändig, da die Lagersitze natürlich auf keinen Fall Pulver abkriegen dürfen oder nachträglich freigekratzt werden sollten. Außerdem kann es auch mal einen Getriebeschaden geben, wobei so eine Ansaugbrücke eher selten kaputt geht. Nicht zuletzt gibt es auch immernoch Überlegungen in Zukunft auf Allrad umzubauen, was zumindest ein neues Getriebegehäuse erfordert.
Es ist eben immer eine Kosten und Nutzen Frage – und wenn man anfängt alles zu pulvern und zu verchromen endet man bei einem Fahrzeug was nur noch auf dem Trailer zum Treffen gezogen wird. Ich will quer durch die Alpen…