Monthly Archives: May 2015

Weiter im Innenraum

Zur Abwechslung gehts heute mal im Innenraum weiter. Der originale, graue Teppich kommt wieder rein. Er wurde liebevoll von Mutti mit Teppichschaum gereinigt und riecht wie eine Frühlingswiese. Das Armaturenbrett und der ganze Innenraum bleiben von den verwendeten Komponenten her komplett original um den Charme der 80er auch zu gewährleisten. Die Verkabelung konnte ich bis auf die in den Türen komplett erhalten und weiterverwenden. In den Türen wurde ganz speziell für die Lautsprecher vom Vorbesitzer erheblich gepfuscht.

Teppich Innenraum

Teppich Innenraum


Da hinten im Auto nichts mehr passieren wird, kann die Rücksitzbank wieder rein. Es ist die zweigeteilte Variante, wo der Verbandskasten unter der Armlehne sitzt. Alle Möbel und Verkleidungen sind neu gepolstert und mit grau / blauem Lader überzogen. Das Ganze wurde in Görlitz bei der Sattlerei Mühle gemacht und ist sehr gut gelungen. Das Blau passt farblich natürlich zum Fahrzeuglack.
Rücksitzbank

Rücksitzbank


Der Dachhimmel hat mir einiges abverlangt. Der originale Stoff ist einfach mit etwas Schaumstoff auf etwas Presspappe gepresst. Da sich der Schaumstoff mit der Zeit auflöst, kommt der Stoff dann irgendwann von alleine runter und der zerbröselnde Schaumstoff macht eine riesen Sauerei. Also weg damit. Der Himmel wird ausgebaut, indem man die Gummilippe beim Schiebedach abzieht und die Lampe, Griffe und Sonnenblenden abbaut. Dann hinten aushängen und nach hinten aus dem Auto schieben. Die Verkleidung des Schiebedachs ist ebenfalls dran. Diese ist an in den Schlitten des Schiebedachs eingerastet und wird nach hinten bei geschlossenem Dach aus der Führung geschoben.
Als neuer Stoff kommt Alcantara zum Einsatz. Den Stoff gibt es auf Rollen als Meterware. Wer den Stoff nicht kennt – es ist eine Kunstfaser die sich wie Wildleder anfühlt. Der Stoff ist dehnbar und lässt sich daher gut verarbeiten. Das Zuschneiden erfordert viel Geduld. Ich hab es selber gemacht, würde es aber beim nächsten mal doch zum Sattler schaffen. Der Stoff wird mit Würth Sprühkleber befestigt. Der Kleber ist temperaturbeständig und klebt enorm stark, wobei er elastisch bleibt. Man muß ihn vorsichtig dosieren und antrocknen lassen, da sonst der Stoff durchnässt was gleich Flecken hinterlässt! Hier das Resultat:
Dachhimmel

Dachhimmel


Dachhimmel 2

Dachhimmel 2


Als letztes für heute sind die Türschlösser dran. Da man die Schlösser und Schließbolzen verchromt förmlich hinterhergeworfen bekommt, hab ich sie mal in Chrom genommen. Leider hat der Lackierer einen der Plastehebel, in die der Türpin und die Zentralverrieglung eingehangen sind, abgebrochen. Ein Neuteil kostet bei VW Classic parts ~10€. Wer die Dinger schonmal in die Tür fummeln musste wird vermutlich auch viel Nerven gebraucht haben. Mein Tip: Erstmal ein Bier zur Beruhigung trinken. Dann zunächst das Gestänge zur Zentralverriegelung ausbauen:
ZV Gestänge ausbauen

ZV Gestänge ausbauen


Das eklige, gelbe Zeugs ist der restliche Kleber der Türfolie. Dazu später mehr. Anschließend wird das Gestänge für den Türpin in das Plasteteil eingehangen und das Plasteteil auf das Türschloss geschoben. Achtung – die Dinger sind für links und rechts verschieden! Links (Fahrerseite) ist das weiße, rechts das schwarze. Das Türschloss wird angeschraubt und das Gestänge oben mit Klebeband fixiert:
Gestänge Türpin

Gestänge Türpin


Jetzt wird mit viel Geduld das Gestänge der Zentralverriegelung in das Plasteteil gefummelt und danach unten in der Unterdruckeinheit wieder eingehangen:
Plastehebel eingehangen

Plastehebel eingehangen


Einige Leute setzen beiden Gestänge vorher ein und popeln das Plasteteil dann mit Gewalt von innen durch das Türblech nach außen. Dabei wird nicht nur das Blech verbogen, was zu Rost führen kann (Es sind hier nämlich zwei gefalzte Bleche), sondern eben oft auch der Hebel gleich abgebrochen.

Kurze 16V Ansaugbrücke

Die originale Ansaugbrücke des 16V Zylinderkopfs ist für Saugmotoren gedacht. Dementsprechend lang sind die Saugrohre, um die benötigte Resonanz zu erzeugen. Da mein Motor aufgeladen wird, ist das nicht mehr nötig – es ist sogar von Nachteil. Wenn der Motor schnell aufs Gas ansprechen soll, kann man keine langen Ansaugwege gebrauchen. Dazu kommt noch, dass wegen der Ladeluftführung die Drosselklappe rechts am Motor sitzen muß. Diese Ansaugbrücken wurden nur im Scirocco verbaut und gehen bei Ebay für viel Geld weg. Ein weiterer Nachteil ist, dass die originale Ansaugbrücke bis hinter den Kopf geht, also schön in der Strahlungshitze des Abgaskrümmers. Wenn man schon auf Querstromkopf umbaut, will man ja nicht (schon) wieder die Ansaugluft wie beim Gegenstromkopf erwärmen, wo man sie doch erst so schön im Ladeluftkühler gekühlt hat.
Daher habe ich mich entschieden, die kurze Ansaugbrücke auf S2 Basis zu nehmen. Es ist dann zwar optisch kein originaler 16VG60 mehr, aber funktionalität geht hier mal vor und die optik wäre der einzige Vorteil, dem einige Nachteile gegenüberstehen.
Die S2 Brücke hat normalerweise 5 Stutzen, da der S2 ein 5 Zylinder ist. Im Handel sind fertige Brücken erhältlich, die ohne dem letzten Stutzen nachgegossen sind.

Kurze 16v Ansaugbrücke

Kurze 16v Ansaugbrücke


Mein erstes Fazit zu der Brücke: Es könnte schlimmer sein. Sie ist schon ganz gut entgratet und sogar einigermaßen strömungsgünstig. Den Flansch gibt es wahlweise für die VR6 oder G60 Drosselklappe. Ich mag die G60 Drosselklappe mit Bypass mehr. Deshalb wurde die originale Drosselklappe ebenfall CNC bearbeitet, strömungsoptimiert und aufgespindelt. Im inneren der Brücke geht es auch ganz ordentlich zu. Die Anschlüsse für das Leerlaufstabilisierungsventil und das Aktivkohlesystem sind auch schon dran.
Ansaugbrücke von Innen

Ansaugbrücke von Innen


Die Einspritzleiste is ebenfalls dabei. Sie macht einen soliden Eindruck, allerdings hat diese Brücke eine eingeschraubten Sitze für die Einspritzventile – sie stecken direckt im Gusskörper der Brücke. Nach Anfrage bei verschiedenen Motorenbauern wäre das wohl kein Problem – beobachten!
Einspritzleiste

Einspritzleiste


Der Übergang zum Zylinderkopf könnte besser sein. Zwar sind die Stutzen groß genug, aber nicht an die Form der Fräsung am Zylinderkopf. Es stehen keine Kanten im Luftstrom, aber es gibt natürlich trotzdem eine “Abrisskante” für die Luft. Im Moment steht noch nicht fest, ob hier nochmal der Drehmel geschwungen wird…
Ansaugstutzen

Ansaugstutzen


Die Brücke selbst passt ohne Probleme mit der original Dichtung an den Kopf. Die Einspritzleiste auch, allerdings werde ich die Schraubanschlüsse durch abgewinkelte Hohlschrauben ersetzen. Zumindest die, die Richtung Drosselklappe zeigt. Einspritzventile sind die Bosch EVO6 440ccm. Die originalen G60 Düsen haben 245ccm. Benzindruck bleibt bei 3 Bar – sollte also Luft nach oben sein.
Ansaugbrücke an Motor

Ansaugbrücke an Motor